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Passauer Diözesanjugend Fußwallfahrt 29 4 2017 2 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner

Geschichte der Wallfahrt

Mari­en­wall­fahrts­or­te sind die eigent­li­chen Haupt­städ­te der Welt.”

Johannes Paul II.

Der Mut­ter­bo­den war Alt­öt­ting, wie es wirk­lich war um 1489 und wie es stand im Ver­ständ­nis und in der Vor­stel­lung der dama­li­gen Menschen. 

Alt­öt­ting war ein Dorf mit einem Chor­her­ren­stift und einer Stifts­kir­che und dazu hat­te es eine her­zog­li­che, könig­li­che, ja kai­ser­li­che Ver­gan­gen­heit. Links des Inn ging eine Römer­stra­ße von Augs­burg nach Wels, eine zwei­te nord-süd­lich von Regens­burg nach Salz­burg mit wohl einer Brü­cke über den Inn west­lich von Alt­öt­ting. Die­se Stra­ße wuchs sich im Mit­tel­al­ter aus zum bedeut­sa­men Han­dels­weg zwi­schen Vene­dig, Vil­lach, Salz­burg, Lands­hut, Regens­burg und Nürn­berg. Über die­se Stra­ßen konn­te die Wun­der­kun­de von Alt­öt­ting in kur­zer Zeit über­all­hin wan­dern. Geschah das ers­te Wun­der 1489, so kom­men schon in den nächs­ten Jah­ren Pil­ger aus Böh­men, Wien, Kärn­ten, Stei­er­mark und Süd­ti­rol. Die­se geschicht­li­che und geo­gra­fi­sche Ver­or­tung hat DDr. Robert Bau­er (Alt­öt­tin­ger Wall­fahrts­rek­tor 1956 – 1991) in sei­nem emp­feh­lens­wer­ten Buch Baye­ri­sche Wall­fahrt Alt­öt­ting“ grundgelegt. 

Von Prä­lat DDr. Bau­er stammt auch die Aus­sa­ge, das gro­ße Wun­der von Alt­öt­ting sei, dass die Wall­fahrt nach Alt­öt­ting leben­dig geblie­ben ist bis auf den heu­ti­gen Tag.

Ursprung des Wunders von Altötting

Wäh­rend der Ursprung des Okto­gons der Hei­li­gen Kapel­le mehr sagen­um­wo­ben als durch Fak­ten beleg­bar ist, kann der Beginn der Wall­fahrt auf das Jahr genau ein­ge­ord­net wer­den. Es war das Jahr 1489, von dem der Dechant Johan­nes Schei­tern­ber­ger nach alten Quel­len fol­gen­des Wun­der zu berich­ten wuss­te: Ein drei­jäh­ri­ger Kna­be ist ins Was­ser gefal­len und wur­de erst eine hal­be Stun­de spä­ter gebor­gen. Die Mut­ter trug mit gro­ßem Gott­ver­trau­en den toten Buben in die Hei­li­ge Kapel­le und leg­te das Kind auf den Altar. Auf Knien fle­hen die Mut­ter und eini­ge wei­te­re Beter um das Leben des Kin­des. Als­bald wird das Kind leben­dig“ heißt es im Wun­der­be­richt abschließend. 

Ein Wun­der kommt sel­ten allein und so macht im glei­chen Jahr noch die Kun­de vom 2. Wun­der von Alt­öt­ting die Run­de im Bay­ern­land: Ein Bau­er war mit der Hafer­ern­te am Feld im Umland von Alt­öt­ting zugan­ge und woll­te eine Wagen­la­dung voll nach Hau­se fah­ren. Sei­nen sechs­jäh­ri­gen Sohn setz­te der Bau­er aufs Hand­roß. Durch das Wet­ter­leuch­ten eines her­an­na­hen­den Som­mer­ge­wit­ters schreck­te das Pferd und der Kna­be fiel unter den Wagen, der von den durch­ge­hen­den Pfer­den mit­ge­zo­gen wird. Der Bub wird von den schwer­be­la­de­nen Fuhr­wa­gen über­rollt und der­ma­ßen zer­drückt“, dass er dem Tod näher als dem Leben war. Es gab nach mensch­li­chem Erach­ten kei­ne Hoff­nung mehr. Den­noch wur­de ein Gelüb­de gemacht und die Mut­ter Got­tes um Hil­fe ange­fleht. Fol­gen­den Tag ist der Kna­be wie­der­um ganz frisch und gesund“, klingt es nun übers Land und weit über die Lan­des­gren­zen hinaus. 

Durch den über­zeu­gen­den Glau­ben an die wirk­mäch­ti­ge Wun­der­tä­tig­keit des Alt­öt­tin­ger Gna­den­bil­des ver­brei­te­te sich die begrün­de­te Hoff­nung auf wei­te­re wun­der­sa­me Hil­fe, von deren Lebens­kraft bis in unse­re Tage die Votiv- und Mira­kel­ta­feln rund um die Gna­den­ka­pel­le berichten. 

Erhard Karl benennt in sei­nem Alt­öt­tin­ger Lese­buch die Rah­men­be­din­gun­gen für über 530 Jah­re Wall­fahrt zur Gnadenmutter: 

1. Die Wit­tels­ba­cher als Hüter und För­de­rer
2. Die Wall­fahrt von Kai­sern, Päps­ten, Fürs­ten und den Gro­ßen“ wirk­te als Vor­bild für das Volk
3. Bewuss­te kul­tu­rel­le Kon­zen­tra­ti­on im reli­giö­sen Sam­mel­punkt um aus der Völ­ker­viel­falt eine Gemein­schaft her­zu­stel­len
4. Medi­en­wirk­sa­me Ver­brei­tung des Mythos Alt­öt­ting“
5. Lite­ra­ri­sche Kund­ma­chung durch Dich­ter und Schrift­stel­ler
6. Viel­falt und Bestän­dig­keit des lit­ur­gi­schen und spi­ri­tu­el­len Ange­bots
7. Päpst­li­che Wert­schät­zung durch per­sön­li­che Zei­chen
8. All­ge­mei­ne Ver­brei­tung der Mari­en­fröm­mig­keit und der Mari­en­wall­fahrt
9. Die Schön­heit des Gna­den­bil­des und sei­ne beson­de­re Aus­strah­lung, die durch den präch­ti­gen Gna­den­al­ter in der schwarz-wan­di­gen Kapel­le ver­stärkt wird 

Die wei­te­ren Sta­tio­nen durch die Wall­fahrts­ge­schich­te wur­den in der beein­dru­cken­den Diora­men­schau des Alt­öt­tin­ger Mari­en­wer­kes nach Kon­zept und Gestal­tung von Rein­hold und Dora Zell­ner auf Grund­la­ge sorg­fäl­ti­ger Recher­chen in aus­drucks­star­ken 3‑D-Groß­raum-Bil­dern mit über 5.000 Figu­ren dargestellt.