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Br Konrad votivbild Klostergang Nov 2008 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner

Leben des Bruder Konrad

Konrad von Parzham war Klosterpförtner in Altötting. Seine Demut und die aufopfernde Hilfsbereitschaft sind es, die diesen bescheidenen Mann unvergessen machen und ihn zu einem Heiligen werden ließen.

Kon­rad, der Sohn einer Bau­ern­fa­mi­lie, wur­de am 22. Dezem­ber 1818 in Par­zham im Rot­tal gebo­ren und erhielt den Namen Johann Evan­ge­list Birn­dor­fer. Bis zu sei­nem 31. Lebens­jahr arbei­te­te er wie alle sei­ne Geschwis­ter auf den Fel­dern und Äckern. Obwohl er lei­den­schaft­li­cher Bau­er war, ver­zich­te­te er 1849 auf den Hof und trat als Lai­en­bru­der in das Kapu­zi­ner-Klos­ter St. Anna in Alt­öt­ting ein. Drei Jah­re spä­ter leg­te er das Gelüb­de ab und nahm den Namen Kon­rad an. Schon bald über­trug man Kon­rad das Amt des Klos­ter­pfört­ners. Die­se Tätig­keit soll­te sei­ne Lebens­auf­ga­be wer­den, für die er sich auf­op­fer­te bis zu sei­nem Tod.

Nach 41 Jah­ren spür­te Kon­rad von Par­zham, dass sei­ne Lebens­uhr abge­lau­fen war. Aus­zeh­rung und Erschöp­fung for­der­ten ihren Tri­but. Er starb wäh­rend des abend­li­chen Ange­lus­läu­tens am 21. April 1894 im Ruf der Hei­lig­keit. Am 13. Okto­ber 1912 wur­den sei­ne Gebei­ne in die alte St. Anna-Kir­che (jetzt Bru­der-Kon­rad-Kir­che) übertragen.

Papst Pius sprach ihn am 15. Juni 1930 selig und am 20. Mai 1934 nahm er ihn in das Ver­zeich­nis der Hei­li­gen auf. Der Hl. Bru­der Kon­rad von Par­zham wur­de 1984 nach dem Hl. Valen­tin und Hl. Maxi­mi­li­an zum drit­ten Diö­ze­san­pa­tron erwählt.

Mehr über Bruder Konrad erfahren Sie hier:

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Zeittafel

1818

Geboren als 11. Kind der Bauers-Eheleute Bartholomäus und Gertraud Birndorfer auf dem Venushof zu Parzham, Pfarrei Weng (Diözese Passau, heute zur Stadt Griesbach / Niederbayern gehörend). Am gleichen Tag in der Wallfahrtskirche St. Wolfgang bei Weng getauft

1832

Tod der Mutter

1834

Tod des Vaters

1838

Volksmission in Ering am Inn. Johannes Birndorfer nahm eifrig daran teil. Sein Leben bekam eine klare religiöse Ausrichtung

1841

Aufnahme in den Dritten Orden des heiligen Franziskus zu Altötting unter dem Namen Franziskus

1842

Profess im Dritten Orden

1840 - 1849

Benefiziat Franz Xaver Dullinger, Kurat an der Wallfahrtskirche St. Leonhard in Aigen am Inn, Beichtvater und Seelenführer des Johannes Birndorfer

1849

Aufnahme als Kandidat in das Kapuzinerkloster St. Anna zu Altötting. Gehilfe an der Pforte.

1851

Versetzung nach Burghausen zur Pflege eines kranken Mitbruders und Aufnahme in das Noviziat zu Laufen (an der Salzach)

1852

Feierliche Profess auf Lebenszeit in Laufen und Versetzung nach Altötting St. Anna als Pförtner

1892

Letzter Besuch auf dem heimatlichen Hof

1893

Tod der letzten Schwester, Theresia Birndorfer

1894

Letzter Dienst an der Pforte in Altötting

21. April 1894

Um 19 Uhr: seliges Verscheiden

24. April 1894

Requiem und Beisetzung in der Gruft des Kapuzinerklosters St. Anna zu Altötting

1912

Erhebung der Gebeine und Überführung in die Klosterkirche St. Anna, Beginn des Seligsprechungsprozesses

1925

Zweite Erhebung und Rekognoszierung der Gebeine

1930

Dreifaltigkeitssonntag, Seligsprechung durch Papst Pius XI.

1934

Pfingstsonntag, Heiligsprechung durch Papst Pius XI.

Tagesablauf eines Pförtners

Etwa 41 Jah­re lang ging Br. Kon­rad dem Dienst als Pfört­ner im St. Anna-Klos­ter nach. Eine for­dern­de Auf­ga­be, die Men­schen­kennt­nis und Geduld verlangte. 

Vor 4 Uhr öff­ne­te er die Kir­che, rich­te­te in der Sakris­tei die Din­ge für die Früh­mes­se her, berei­te­te das Früh­stück vor. Um 5 Uhr bei der ers­ten Mes­se in der Gna­den­ka­pel­le minis­trier­te er. Anschlie­ßend ging er zum Früh­stück und war ab 6 Uhr an der Pfor­te tätig. Wenn gera­de Zeit war, zog er sich zum Beten in die Ale­xi­us­zel­le zurück. Der Wech­sel von Gebet, Arbeit und Erho­lung bot eine gute Tages­struk­tur. Nach dem Mit­tag­essen mach­te er etwas Pau­se bis 14 Uhr, wäh­rend Gebet und Abend­essen ent­las­te­te ihn ein Gehil­fe an der Pfor­te. Die Pfor­te war im Som­mer bis 21 Uhr, im Win­ter bis 20 Uhr geöff­net. Woll­te ein Besu­cher einen Kapu­zi­ner spre­chen, muss­te der Pfört­ner ihn suchen. Im Haus oder Gar­ten nutz­te man Klin­gel­zei­chen. Im Lauf des Jah­res kann­te und kennt das Klos­ter­le­ben Zei­ten reli­giö­ser Übung oder kör­per­li­cher Erho­lung wie Exer­zi­ti­en, Wall­fahrt oder den Besuch bei Geschwistern. 

Heu­te muss der Pfört­ner nicht mehr so wei­te Wege gehen. Er hat ein schnur­lo­ses Tele­fon und kann Brü­der anru­fen. Er kann das Tor von der Pfor­te aus öff­nen. Die Zei­ten haben sich ver­la­gert. Wir fan­gen nicht so früh an. Der Tag ist struk­tu­riert durch Gebets- und Essens­zei­ten. Lau­des um 7.30 Uhr, Sext um 12.20 Uhr, Ves­per um 18.00 Uhr. Dazwi­schen gehen wir unse­rer Arbeit nach. Der Pfört­ner sitzt nicht ein­fach an sei­nem Platz, son­dern berei­tet Früh­stück und Abend­essen, deckt den Tisch, ver­teilt die Post, küm­mert sich um Blu­men und vie­les mehr. Damals wie heu­te braucht der Pfor­ten­bru­der ein offe­nes Ohr und ein sanf­tes Herz, um sich die Sor­gen der Men­schen anzu­hö­ren und recht zu antworten.