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Beichte info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner

Beichten - Wie geht das?

Im Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che wird das Buß­sa­kra­ment erklärt:
Wer sün­digt, ver­letzt die Ehre und Lie­be Got­tes, sei­ne eige­ne Wür­de als Mensch, der beru­fen ist, Kind Got­tes zu sein, und das geist­li­che Wohl der Kir­che, deren leben­di­ger Bau­stein jeder Christ sein soll.

Im Licht des Glau­bens gibt es nichts Schlim­me­res als die Sün­de; nichts hat so arge Fol­gen für die Sün­der selbst, für die Kir­che und für die gan­ze Welt.

Die Rück­kehr zur Gemein­schaft mit Gott, die durch die Sün­de ver­lo­ren war, geht aus der Gna­de Got­tes her­vor, der voll Erbar­men um das Heil der Men­schen besorgt ist. Man muß die­ses kost­ba­re Geschenk für sich selbst und die ande­ren erbitten.

Die Rück­kehr zu Gott, die Bekeh­rung und Reue genannt wird, besteht im Schmerz und im Abscheu vor den began­ge­nen Sün­den sowie im fes­ten Vor­satz, zukünf­tig nicht mehr zu sün­di­gen. Die Bekeh­rung ersteckt sich also auf die Ver­gan­gen­heit und auf die Zukunft; sie wird von der Hoff­nung auf die gött­li­che Barm­her­zig­keit genährt. (KKK 1487 — 1490)

Die zum Sakra­ment der Buße hin­zu­tre­ten, erlan­gen für die Gott zuge­füg­ten Belei­di­gun­gen von sei­ner Barm­her­zig­keit Ver­zei­hung und wer­den zugleich mit der Kir­che wie­der ver­söhnt, die sie durch ihr Sün­di­gen ver­wun­det haben und die zu ihre­re Bekeh­rung durch Lie­be, Bei­spiel und Gebet mit­wirkt” wird im Kate­chis­mus der katho­li­schen Kir­che (KKK1422) aus dem Kon­zils­do­ku­ment Lumen Gen­ti­um (LG 11) zitiert. — oder anders gesagt: Die Beich­te ver­söhnt den Sün­der mit Gott und der Kir­che.” (YOU­CAT 239)

Zu jeder Beich­te gehö­ren die Gewis­sens­er­for­schung, die Reue, der Vor­satz, das Bekennt­nis und die Buße. 

Buße ist Wie­der­gut­ma­chung für ein began­ge­nes Unrecht. Buße darf nicht allein im Kopf gesche­hen, son­dern muß sich äußern in Taten der Lie­be und im Enga­ge­ment für ande­re. Auch indem man betet, fas­tet und Arme see­lisch und mate­ri­ell unter­stützt, tut man Buße.

Vor­aus­set­zung für die Ver­ge­bung von Sün­den ist der Mensch, der sich bekehrt, und der Pries­ter, der ihm im Namen Got­tes die Los­spre­chung von sei­nen Sün­den erteilt. (YOU­CAT 233 — 232)

Die geist­li­chen Wir­kun­gen des Buß­sa­kra­men­tes sind (KKK1496):
- Ver­söh­nung mit Gott, durch die der Sün­der die Gna­de wie­der­erlangt
- Ver­söh­nung mit der Kir­che
- Erlaß der ewi­gen Stra­fe, der man durch Tod­sün­den ver­fällt
- wenigs­ten teil­wei­ser Erlaß der zeit­li­chen Stra­fen, die aus der Sün­de fol­gen
- Frie­de und Ruhe des Gewis­sens und geist­li­cher Trost
- Wachs­tum der geist­li­chen Kräf­te für den christ­li­chen Kampf

Beich­te ist auch dann das gro­ße Geschenk der Hei­lung und der tie­fen Ver­bin­dung mit dem Herrn, wenn man im stren­gen Sinn nicht beich­ten müss­te. (YOU­CAT 235)

Nach­dem er das gesagt hat­te, hauch­te er sie an und sag­te zu ihnen: Emp­fangt den Hei­li­gen Geist! Denen ihr die Sün­den erlasst, denen sind sie erlas­sen; denen ihr sie behal­tet, sind sie behalten.”

Alle, die sich noch schwer tun und prak­ti­sche Hil­fe benö­ti­gen, fin­den in Fol­ge Gebet und Anregungen:

I. Erfor­schung des Gewissens:

Ich stel­le mich ins Licht Got­tes und betrach­te mich mit den Augen Got­tes
Das Zusam­men­le­ben mit mei­nen Nächs­ten in der Fami­lie, im Freun­des- und Bekann­ten­kreis, in der Schu­le, am Arbeits­platz, in der kirch­li­chen und poli­ti­schen Gemein­de lässt mich nüch­tern und klar erken­nen: Ich bin nicht immer in Ord­nung; ich bin nicht immer gut.“

Weil das so ist, und weil ich immer wie­der vor Gott und den Men­schen schul­dig wer­de, brau­che ich die Erfah­rung, wie­der ange­nom­men und geliebt zu sein. Ich brau­che Ver­zei­hung, Ver­söh­nung mit Gott, mit den Men­schen, mit mir und mei­nem Leben.

Ich seh­ne mich nach geheil­ten Bezie­hun­gen. Ich möch­te, dass Wun­den und Ver­let­zun­gen hei­len. Ich will frei und unbe­las­tet leben.

Des­halb rufe ich zu Gott:„Führe mich her­aus aus dem Ker­ker, damit ich dei­nen Namen prei­se.“ (Ps 1428)

Füh­re mich her­aus aus dem Ker­ker mei­ner Gott­fer­ne, mei­ner Angst und mei­nes Miss­trau­ens, mei­ner Ich-Bezo­gen­heit, mei­nes Eigen­sinns und mei­ner Ober­fläch­lich­keit, mei­ner Blind­heit und mei­ner Sprach­lo­sig­keit. Schen­ke mir dei­nen Geist, damit ich mich selbst erken­nen und neu anfan­gen kann.

Ich besin­ne mich auf mein Leben .….

Ein Vor­schlag zur per­sön­li­chen Gewis­sens­er­for­schung nach den 10 Gebo­ten Gottes

1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst kei­ne ande­ren Göt­ter neben mir haben.
Gott möch­te der Herr mei­nes Lebens sein. Wie viel Zeit neh­me ich mir für ihn? Für das Gebet – mor­gens, abends, bei Tisch? Für die Bibel­le­sung? Wie oft den­ke ich an ihn? Wie groß sind mein Ver­trau­en und mei­ne Hoff­nung auf ihn? War­um ist mir vie­les ande­re wich­ti­ger als Gott?

2. Du sollst den Namen Got­tes nicht ver­un­eh­ren
Wir kön­nen nicht groß genug von Gott den­ken und spre­chen. Habe ich Ehr­furcht vor Gott? Ist das auch in mei­nem Reden und Den­ken über Reli­giö­ses spür­bar? Wel­chen tie­fe­ren Grund könn­te mei­ne feh­len­de Ehr­furcht haben?

3. Geden­ke, dass du den Tag des Herrn hei­ligst!
Der Sonn­tag ist der Tag des Herrn. Ich bin ein­ge­la­den zum Got­tes­dienst der Pfarr­ge­mein­de, ich bin auf­ge­ru­fen, die­sen Tag für die Gemein­schaft (Fami­lie, Pfarr­ge­mein­de) zu gestal­ten. Gehe ich am Sonn­tag zum Got­tes­dienst? Wel­che Bezie­hung habe ich zu mei­ner Pfarr­ge­mein­de? Wirkt sich der Got­tes­dienst in mei­nem Leben aus? War­um miss­lingt mir manch­mal die Sonntagsgestaltung?

4. Du sollst Vater und Mut­ter ehren.
Gott hat mir Vater und Mut­ter geschenkt. Er will, dass ich ihnen dank­bar bin und sie nicht ver­ges­se. Wie ist das Ver­hält­nis zu mei­nen Eltern? Wie viel Zeit und Sor­ge schen­ke ich ihnen? Aus wel­chen Moti­ven? Wie ver­hal­te ich mich gegen­über denen, für die ich Ver­ant­wor­tung tra­ge – als Mut­ter, als Vater? Habe ich genü­gend Zeit für sie?

5. Du sollst nicht töten.
Nach dem Wil­len Got­tes soll ich mich und ande­re Men­schen nicht zer­stö­ren oder schä­di­gen, son­dern auf­bau­en, lie­ben und hel­fen, dass Ver­söh­nung geschieht. Wer sind mei­ne Nächs­ten“? Bin ich hilfs­be­reit? Bereit zum Ver­zei­hen und Trös­ten? Schen­ke ich den Ande­ren Für­sor­ge, Lie­be und Aner­ken­nung? War­um habe ich Angst vor neu­en Begeg­nun­gen und drü­cke mich vor sozia­lem Enga­ge­ment?

6. Du sollst nicht ehe­bre­chen.

7. Du sollst nicht stehlen.

8. Du sollst nicht falsch gegen dei­nen Nächs­ten aussagen. 

Gott will, dass ich ehr­lich blei­be und Ande­ren durch mein Reden nicht scha­de. Wie ist mei­ne Spra­che? Kann sich der Ande­re auf mein Wort ver­las­sen? Wo und aus wel­chen Moti­ven her­aus belü­ge ich die Ande­ren und mich selbst? Rede ich schlecht über Andere?

9. Du sollst nicht begeh­ren die Frau / den Mann dei­nes Nächs­ten.
Gott schützt die lebens­lan­ge Bezie­hung zwi­schen Mann und Frau in der Ehe. Wie ist mei­ne Ein­stel­lung zur eige­nen, zur frem­den Ehe? Wie ist mein ehe­li­ches, wie mein vor- oder außer­ehe­li­ches Ver­hal­ten? Wel­ches Ver­hält­nis habe ich zu mei­nem eige­nen Kör­per? Wie rede ich über Sexua­li­tät? Schaue ich mir grenz­wer­ti­ge“ Fil­me und Maga­zi­ne an?

10. Du sollst nicht begeh­ren das Hab und Gut dei­nes Nächs­ten.
Gott ruft mich, das Eigen­tum des Nächs­ten zu respek­tie­ren. Wie gehe ich mit dem Eigen­tum Ande­rer um? Bin ich dank­bar für das, was ich habe? Oder benei­de ich Ande­re? Nut­ze ich mei­ne Fähig­kei­ten, mei­ne Arbeit und mei­nen Besitz ver­ant­wor­tungs­be­wusst? Wel­che Rol­le spielt das Geld in mei­nem Leben? Weiß ich, dass ich nach Mög­lich­keit mit den Armen tei­len muss?

II. Reue und Vorsatz

Güti­ger Gott,
ich habe gesün­digt, aber ich will mir wie­der Mühe geben, das Gute zu tun.
Ich ken­ne mei­ne Schwä­che, aber ich ver­traue auf dei­ne Hil­fe.
Du sollst das Ziel sein, das ich immer vor Augen habe.
Lass mich dich nicht ver­ges­sen, lass mich dich suchen und fin­den.
(altes Got­tes­lob 59,7)

Vater, ich habe gesün­digt vor dir; ich bin nicht wert, dein Kind zu hei­ßen.
Du hast mich nach dei­nem Bild geschaf­fen und mich zu Gro­ßem beru­fen,
und ich habe gesün­digt, habe so klein gedacht, gere­det und gehan­delt durch mei­ne Schuld. -
Ich bli­cke aber auf zu dir und dei­nem Sohn Jesus Chris­tus.
Er ist mein Herr.
Auch für mich hat er am Kreuz sein Blut ver­gos­sen.
Ver­gib mir mei­ne Schuld, mei­ne Sün­den, mei­ne Feh­ler.
Du bist die ewi­ge Lie­be, nimm mich wie­der an dein Herz und hal­te mich fest in dei­ner Gna­de.
Ich will dein sein und dein blei­ben. Mach mich frei und führ mich zur herr­li­chen Frei­heit der Kin­der Got­tes. -
Hei­li­ge Maria, Mut­ter Got­tes, bit­te für uns Sün­der jetzt und in der Stun­de unse­res Todes. Amen.
(altes Got­tes­lob 66,9)

Die vor­ste­hen­den Gebe­te spre­chen nur all­ge­mein vom Vor­satz. Selbst­ver­ständ­lich muss ich ent­spre­chend mei­ner per­sön­li­chen Lebens­ver­hält­nis­se über­le­gen, was ich mir im Ein­zel­nen vor­neh­men kann.

Reue­ge­be­te

Gott, himm­li­scher Vater,
ich habe gesün­digt; ich kann mei­ne Sün­de nicht unge­sche­hen machen.
Du allein kannst Sün­den ver­ge­ben.
Du hast dei­nen Sohn Jesus Chris­tus gesandt, dass er die Schuld der Welt auf sich neh­me und die Sün­der zu dir zurück­füh­re.
Herr Jesus Chris­tus, füh­re auch mich von mei­nen Irr­we­gen zurück auf den Weg der Wahr­heit und des Lebens.
Ich beken­ne mei­ne Sün­de und bereue sie, weil sie mich von dir fern­hält.
Herr, ver­zeih´ mir und schen­ke mir dei­nen Geist, damit ich dei­ne Lie­be erken­ne und sie dank­bar erwi­de­re.
(altes Got­tes­lob 59,5)

III. Die Einezlbeich­te — Bekennt­nis der Sün­den, Los­spre­chung und Vergebung

Ich bereue und beken­ne mei­ne Sün­den und bit­te Gott um Vergebung

Nach dem Betre­ten des Beicht­stuhls oder des Beicht­zim­me­rers beginnt der/​die Beich­ten­de mit dem Kreuzzeichen:

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Der Pries­ter spricht einen kur­zen Gruß und liest evtl. ein Wort aus der Hl. Schrift.

Dann folgt das Bekennt­nis der Sün­den und das Beichtgespräch

Hilf­reich ist es, am Anfang ein paar Anga­ben zur per­sön­li­chen Situa­ti­on zu geben (Alter, Lebens­si­tua­ti­on, beson­de­rer Anlass, Haupt­pro­blem, zeit­li­cher Abstand zur letz­ten Beich­te).
Am Ende des Bekennt­nis­ses bringt der Gläu­bi­ge Reue und Vor­satz durch ein kur­zes Reue­ge­bet wie bei­spiels­wei­se Mein Jesus, Barm­her­zig­keit“
oder Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unter­las­sen habe. Ich bit­te um Ver­ge­bung”
oder Erbar­me dich mei­ner, o Herr“
oder Gott sei mir Sünder(in) gnä­dig.“
oder Herr Jesus, Sohn Got­tes, hab Erbar­men mit mir”.

Der Pries­ter geht auf die Sün­den ein, macht Mut, beant­wor­tet even­tu­el­le Fra­gen, gibt ein ange­mes­se­nes Buß­werk als Genug­tu­ung auf und erteilt die Lossprechung.

Mit einem kur­zen Gebet wird der/​die Beich­ten­de entlassen.

IV. Dank­sa­gung und Bußwerk

Ich dan­ke Gott und set­ze ein klei­nes Zei­chen mei­nes guten Wil­lens („Buße“).

Gebet zur Danksagung

Ich dan­ke dir, Herr, für die Ver­ge­bung, die ich erfah­ren habe, und für den Mut zu einem neu­en Beginn.
Ich dan­ke auch für die Ver­söh­nung mit der Kir­che, der ich mit mei­ner Schuld Scha­den zuge­fügt habe.
Ich will mir Mühe geben, nicht nur mit Wor­ten dank­bar zu sein. Auch ich will ver­ge­ben, wenn Ande­re mir scha­den oder weh tun.
Ich weiß, es wird nicht alles ganz anders wer­den in mei­nem Leben.
Aber ich ver­traue dar­auf, dass du mich nicht ver­wirfst und dass die Kir­che mir immer wie­der dei­nen Frie­den schenkt, auch wenn nicht alles gelingt, was ich mir vor­neh­me.
Ich dan­ke dir, Herr dass ich sol­ches Ver­trau­en haben darf, weil du unse­re Schuld getra­gen hast, und weil dein Erbar­men fort­lebt in dei­ner Kir­che.
(Got­tes­lob 60,5)

Hin­wei­se und wei­te­re Tex­te zur Vor­be­rei­tung und Gestal­tung der Beich­te fin­den sich im Got­tes­lob ab Nr. 593.