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Mutter der Barmherzigkeit Eucharistische Anbetung 2 Kopie Quadrat info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner

Jahres- und Wallfahrtsleitwort 2021: „Seht, ich mache alles neu!“

Lie­be Pil­ger­lei­te­rin­nen und Pil­ger­lei­ter, ver­ehr­te Freun­de und För­de­rer der Alt­öt­tin­ger Wall­fahrt, lie­be Gläubige!

Die anhal­ten­de Coro­na-Pan­de­mie und die damit ein­her­ge­hen­den Kri­sen im Gro­ßen wie im Klei­nen wer­fen uns in viel­fa­cher Hin­sicht auf uns sel­ber zurück. Wir wer­den nach­denk­lich! Und wir fra­gen uns: Wird alles wie­der so wer­den wie es war? Wird der alte Zustand wie­der­her­ge­stellt wer­den kön­nen oder wird alles ganz anders – neu“ werden? 

In der Offen­ba­rung des Johan­nes ist auf­fal­lend oft von Neu­em“ die Rede: der neue Him­mel, die neue Erde, das neue Jeru­sa­lem. Alles Wich­ti­ge scheint in der Visi­on des Johan­nes neu“ zu sein. Und alles gip­felt in dem Satz, den das Lamm vom himm­li­schen Thron her spricht: Seht, ich mache alles neu!“ – (Offb 21,5b)

Inso­fern stellt sich uns gera­de in die­ser unse­rer welt­wei­ten Kri­sen­si­tua­ti­on die Fra­ge: Was heißt Neue­rung und Erneue­rung von Gott her?

Zunächst ein­mal ist fest­zu­stel­len, dass neu“ in der Offen­ba­rung des Johan­nes nicht das Gegen­teil von alt“ bedeu­tet. Bezeich­nen­der­wei­se setzt Johan­nes dem neu­en Him­mel und der neu­en Erde nicht einen alten Him­mel und eine alte Erde gegen­über, son­dern einen ers­ten“ Him­mel und eine ers­te“ Erde. Die­se sind mit der Erschei­nung des Men­schen­soh­nes auf Erden ver­gan­gen. Mit Jesu Tod und Auf­er­ste­hung sind die ers­te Erde und der ers­te Him­mel an ein Ende gekom­men, so dass es im johann­ei­schen Sin­ne in der Rede vom Neu­en“ nicht um eine Erneue­rung oder Wei­ter­ent­wick­lung von alt nach neu geht, son­dern es geht dem Seher auf Pat­mos um etwas qua­li­ta­tiv völ­lig Ande­res, Ein­ma­li­ges, eben Neues.

Damit aber ste­hen wir vor der Fra­ge: Was ist mit dem Erschei­nen Jesu Chris­ti in der Welt so ganz neu geworden?

Die Ant­wort hören wir im Abend­mahls­saal, nach­dem Jesus sei­nen Jün­gern kurz vor sei­nem Lei­den und Ster­ben am Kreuz die Füße gewa­schen hat­te und zu ihnen sagt: Ein neu­es Gebot gebe ich euch: Liebt ein­an­der! (Joh 13,34)

Der auf­merk­sa­me Leser der hei­li­gen Schrif­ten wird gleich kri­tisch ein­wen­den: Naja, so neu ist die­se Bot­schaft nun auch wie­der nicht. Die Auf­for­de­rung, den Nächs­ten zu lie­ben wie sich selbst fin­det sich auch schon in den alt­tes­ta­ment­li­chen Schrif­ten (Lev 19,18), ja die­ses Lie­bes­ge­bot der Gol­de­nen Regel fin­det sich mehr oder weni­ger deut­lich auch bei ande­ren Reli­gi­ons­stif­tern – es gehört gleich­sam zum weis­heit­li­chen Lebens­schatz der Mensch­heit. Etwas ganz und gar Neu­es ist in der Aus­sa­ge Jesu nicht zu erkennen.

Und wir müs­sen zuge­ste­hen: Ja, das stimmt, wenn wir das Gebot Jesu: Liebt ein­an­der! – als iso­lier­ten Satz betrach­ten. Denn das ent­schei­dend Neue in Jesus Chris­tus fin­det sich in der Begrün­dung die­ses Gebo­tes, die da lau­tet: So wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr ein­an­der lie­ben. Das heißt: Jesus Chris­tus, der Sohn des leben­di­gen Got­tes, hat nicht nur von der Lie­be gespro­chen und ein klu­ges Gebot gege­ben, das einen Huma­nis­mus begrün­den hel­fen soll, son­dern die­se Lie­be ist in Jesus Chris­tus aus Maria der Jung­frau Per­son und Mensch gewor­den. Ja mehr noch: Die­se Lie­be Got­tes hat sich in Jesus Chris­tus dem grau­sa­men Tod am Kreuz über­ge­ben, um uns im Wun­der der Auf­er­ste­hung zu zei­gen, dass die Lie­be bleibt, dass die Lie­be lebt, dass die Lie­be alles über­win­det. Jesus Chris­tus hat nicht nur von der Lie­be wun­der­bar gere­det – wie vie­le klu­ge Reli­gi­ons­stif­ter auch – son­dern er hat gezeigt, was es heißt: Es gibt kei­ne grö­ße­re Lie­be, als wenn einer sein Leben für sei­ne Freun­de hin­gibt (Joh 15,13). Jesus gibt uns das Maß der Lie­be vor: Und das ist sein Leben und Ster­ben. Das Wie ich euch!“ ist das ganz und gar neue in sei­nem Lie­bes­ge­bot. Jesus hat nicht nur gepre­digt, son­dern gehan­delt. Das beginnt mit sei­ner Mensch­wer­dung, mit sei­ner Ernied­ri­gung bis zum Tod am Kreuz und das wird über das gro­ße Mys­te­ri­um der Auf­er­ste­hung und des Lebens in der Her­ab­kunft des neu­en Jeru­sa­lems am Ende der Tage sei­ne Voll­endung fin­den. Und das zeigt ein­mal mehr: Christ­li­che Lie­be ist Lie­be kon­kret. Oder wie Johan­nes sagt: Wir wol­len nicht mit Wort und Zun­ge lie­ben, son­dern in Tat und Wahr­heit (1Joh 3,18). Jesus gibt uns das Kri­te­ri­um ech­ter Jün­ger­schaft und Nach­fol­ge mit, wenn er sagt: Dar­an wer­den alle erken­nen, dass ihr mei­ne Jün­ger seid: wenn ihr ein­an­der liebt (Joh 13,35)!

Ja, der Herr, macht alles neu. Er möch­te, dass auch wir als neue Men­schen vor ihm leben und in der Welt für die­ses neue Leben durch unser Lie­ben Zeug­nis able­gen. Die Wall­fahrt nach Alt­öt­ting zur Mut­ter Got­tes und zum hei­li­gen Bru­der Kon­rad ist für vie­le Pil­ge­rin­nen und Pil­ger ein Gna­den­ort gewor­den, an dem – gera­de auch durch das Sakra­ment der Ver­söh­nung – vie­les neu gewor­den ist und vie­les neu wer­den kann. Bit­ten wir also den Herrn, dass er uns auf die Für­spra­che Mari­ens und des hei­li­gen Bru­der Kon­rads die Kraft sei­ner Lie­be schen­ke, damit wir neu wer­den für das Leben, für ein Leben in Fül­le. Und beten wir für­ein­an­der, dass wir gesund durch die­se Zeit kom­men, dass wir uns im kom­men­den Wall­fahrts­jahr wie­der auf den Weg zur Mut­ter Got­tes nach Alt­öt­ting machen kön­nen und wir hier am Gna­den­ort erle­ben dür­fen, was es heißt: Seht, ich mache alles neu!

Es grü­ßen Sie ganz herzlich

Dr. Klaus Metzl
Stadt­pfar­rer und Wallfahrtsrektor 

P. Nor­bert Schlen­ker OFMCap
Stell­ver­tre­ten­der Wall­fahrts­rek­tor
Guar­di­an der Kapu­zi­ner­klös­ter St. Mag­da­le­na und St. Konrad

Weiter bie­ten wir für die Anmel­dung der Wall­fahrt, in Zusam­men­ar­beit mit dem Wall­fahrts- und Tou­ris­mus­bü­ro Alt­öt­ting, den Ser­vice über die Home­page der Kreis- und Wall­fahrts­stadt Alt­öt­ting an.

Das Anmel­de­for­mu­lar fin­den Sie unter:
https://​www​.altoet​ting​.de/​t​o​u​r​i​s​m​u​s​/​w​a​l​l​f​a​h​r​t​/​w​a​l​l​f​a​h​r​t​s​a​n​m​e​l​dung/

Vor der ers­ten Anmel­dung einer Wall­fahrt müs­sen Sie sich erst­ma­lig registrieren.

Die von Ihnen ein­ge­reich­ten Daten wer­den zur Orga­ni­sa­ti­on an die dafür zustän­di­ge Wall­fahrts­kus­to­die in der Bischöf­li­chen Admi­nis­tra­ti­on Alt­öt­ting, Kapell­platz 4, wei­ter­ge­lei­tet. Name und Ter­min Ihrer Wall­fahrt wer­den dann auto­ma­tisch in den online Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Stadt Alt­öt­ting und der Bischöf­li­chen Admi­nis­tra­ti­on übernommen.